Baby-led weaning: Was das Baby anfangs isst (6-8 Monate)

Als erstes möchte ich sagen, dass natürlich jeder sein Baby so füttern kann, wie er oder sie möchte. Hier erkläre ich nur die Methode, die wir verwenden und beschreibe, was für unsere Familie funktioniert.
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Ich habe lang‘ darüber nachgedacht, was ich meinem Sohn als erstes probieren lasse, wenn wir mit der Beikost anfangen. Nun ja, alles Planen war irgendwie umsonst, weil er sich selber einfach ein Mandarinenstück geschnappt hat und angefangen hat, daran herumzunuckeln. Sein Gesicht war göttlich! „Angeekelt-interessiert“ triffts wahrscheinlich am Besten… und es war unmöglich, ihm die Mandarine wieder wegzunehmen.

Natürlich ist Mandarine eigentlich keine Frucht, die man einem Baby als erstes Essen gibt (erst so mit 8-10 Monaten), aber es war halt so und jetzt kann ich auch nichts mehr daran ändern.

Tja, aber was kann man seinem Baby als erstes geben? Prinzipiell gilt hier, wie auch bei allen anderen Dingen, dass man auf sein Bauchgefühl hören sollte. Nach der Mandarine hab‘ ich unserem Sohn gedünstete Karotten zu probieren gegeben, und er war relativ begeistert! Im BLW-Buch steht zwar, dass man dem Baby alles geben kann, solange die Ernährung ausgewogen ist, aber in dem Fall glaube ich unserem Arzt schon, dass ein kleines Baby keine Milchprodukte, Nüsse oder Honig essen sollte bis es 1 Jahr alt ist.

Beim BLW sollte es ja eigentlich so sein, dass das Baby beim Essen der Erwachsenen mitisst, aber anfangs geht das noch nicht so ohne weiteres, außerdem esse ich relativ selten gedüstetes Gemüse 😉 Die ersten zwei Monate hat unser Sohn eigentlich nur Gemüse oder Früchte bekommen, so lange, bis er sich ans Essen gewöhnt hatte. Beim BLW muss man nicht, so wie beim Brei, eine Woche dieses Gemüse, dann die nächste Woche das andere Gemüse geben, sondern kann wechseln und seinem Kind durchaus auch verschiedene Dinge beim Essen anbieten. (Mein Sohn entscheidet sich, wenn er Karotten und Bananen vor sich liegen hat, immer für die Banane 😉 Wobei er, wenn keine Banane mehr da ist, auch die  Karotte isst)

Man schneidet die Früchte oder das Gemüse in längliche Stücke, gerade so groß, dass ein Teil noch aus der Faust des Babies herausschaut, wenn es das Stück in seiner Faust hält. Dinge, bei denen es sein kann, dass das Baby die Schale ablutscht (wie zB. bei Banane oder Melone) bitte die Schale vorher waschen. Banane ist für das Baby besser zu halten, wenn man die Schale dran lässt und wie unten im Bild, nur einen kleinen Teil schält. Falls das Baby schon Zähne hat und auch Teile der Schale abbeißen könnte (mein Sohn hatte recht früh Zähne also war das von Anfang an zu beachten) aufpassen, dass es sich daran nicht verschluckt. Aber prinzipiell wird die Schale eh ausgespuckt… schmeckt ja auch nicht gut.

Hier ein paar Beispiele, was anfangs möglich ist.

Früchte

– wenn die Früchte sehr hart sind (kommt fast nie vor), dünstet man sie vorher am Besten etwas, damit sich das Baby an keinen harten Teilen verschlucken kann. Aber nicht zu viel dünsten, sonst kann das Baby die Stücke nicht mehr angreifen!

  • Banane
  • Avocado
  • Melone
  • Birne
  • Pfirsich
  • Erdbeeren
  • Apfel

Gemüse

– hier gilt das gleiche Prinzip wie bei den Früchten. Wenn hart oder bei manchem rohen Gemüse, vorher dünsten!

  • Karotten
  • Brokkoli
  • Kürbis
  • Süßkartoffel
  • Erdäpfel (Kartoffel)
  • Pastinake
  • Zucchini
  • Karfiol (Blumenkohl)
  • Spargel

Hier findet ihr noch weitere Artikel zu dem Thema:

BLW – Einführung
BLW – Wann anfangen? und Regeln
BLW – Was das Baby anfangs isst
BLW – Brei und Suppe

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Veröffentlicht in: BLW | Schlagwort:

14 Gedanken zu “Baby-led weaning: Was das Baby anfangs isst (6-8 Monate)

  1. Julia schreibt:

    Hi! Ich mach bei meiner 6-Monate-alten Kleinen eine Mischung aus BLW und selbstgekochtem Brei, der mit 2-Löffel-Methode gefüttert wird. Mal so, mal so. Ihr gefällt beides, auch den Brei isst sie sehr gerne. Danke für den Tip mit der Banane. Hab ich gleich gestern ausprobiert. So geschnitten klappt es viel besser, so dass sie gleich eine halbe Banane verdrückt hat. 😉

  2. Sonnenkind schreibt:

    Mein jüngerer Sohn hat auch mit Mandarine und Orange angefangen…er wurde im Winter ein halbes Jahr. Ohne Zähne (die kamen erst mit 8 Monaten) hat er sie immer „ausgezuzelt“, egal ob sie süß oder super sauer waren.
    Der Große hat mit nem halben Jahr liebend gerne ein Erdbeermassaker veranstaltet. Auf dem Balkon. Da war das mit dem sauber machen danach am einfachsten. Und daß man Erdbeeren so kleinen Kindern noch nicht essen geben soll, hab ich erst viel später mitbekommen.

    Das einzige breiähnliche Essen gibts bei uns jetzt noch zum Frühstück: feine Haferflocken mit Apfelmuß und/oder (Soja-)Joghurt. Und das ist immer mehr Sauereiei als alles andere Essen…

    Mein Fazit bisher: die beiden (jetzt gut 3 + bald 2 Jahre) essen fast alles, vor allem immer gerne Obst. Wurst und Käse werden zwar gerne auch ohne Brot gegessen, aber meistens doch mit.
    Und am liebsten essen sie Gummibärchen und Schokolade….;-)

    Viel Spaß allen noch mit BLW, ich fand es immer sehr einfach, im Vergleich zu dem was ich von befreundeten Eltern mitbekommen habe, die bei ihrem Kind „klassich“ mit Brei angefangen haben.

    Und noch ein allgemeiner Tipp egal ob BLW oder Brei: Es heißt BEI-Kost und nicht Anstattkost, ein Still-/Milchmahlzeit muß also nicht ersetzt werden, es gibt Beikost nebenher. Das mit dem Stillen wird ganz von alleine weniger und seltener sobald die Kids anfangen zu essen.

    Liebe Grüße aus Köln!

    • Bernadette schreibt:

      Ja, ich versteh auch nicht, warum die Leute immer glauben, die kiddies müssten von einem Tag auf den Anderen keine Milch mehr trinken!? Ich find‘ BLW so schön relaxed und da ich gerne stille, macht’s mir auch überhaupt nichts aus, dass das noch ein Weilchen so weitergehen wird!
      Danke für deinen Erfahrungsbericht!

  3. Tina schreibt:

    Hi!
    Schön, mal einen aktuellen Blog zum Thema zu finden (der nicht englisch-sprachig ist 😉 ). Wir selbst essen auch breifrei und es ist jedesmal ein Riesenspaß. Hat ja auch den Vorteil, dass man selbst mehr auf seine Ernährung achtet. Ich selbst habe zum Beispiel dank Milan wieder angefangen, regelmäßig zu essen. (Vorher immer mal so zwischendurch und dann abends zusammen mit Milans Papa.)
    Viele liebe Grüße!
    Tina

  4. Tatti schreibt:

    Hallo, ich finde das Thema Baby Led Weaning total interessant und würde auch gerne bei meinen Sohn anfangen (6monate 2wochen), bloß ich hab total Angst das er sich verschluckt -.-.ich hatte ihm letztens ein Stück Gurke gegeben und er hat ein ordentliches Stück davon abbekommen, ich hab es ihm sofort aus den Mund genommen. Er bekommt seid 2 Monaten brei

    • Bernadette schreibt:

      Ja, vorm Verschlucken hatte ich auch totale Angst – aber solange das Baby aufrecht sitzt und es sich selber in den Mund nehmen kann, was es will, sollte es kein Problem sein! (Die harte Schale der Gurke kannst du ja wegschälen, bevor du ihm ein Rad davon gibst)
      Und wenn er sich verschluckt, was ganz sicher oft vorkommen wird, ist es gut, wenn er hustet und Geräusche macht. Das Zeigt, dass er selber die Situation zu ändern versucht. Erst wenn du nichts hörst ist es gefährlich.
      Anfangs hätte ich auch fast jedes Mal einen Herzinfarkt bekommen wenn er sich verschluckt hat, aber mittlerweile bin ich da ganz locker.

  5. Sarah Alvers schreibt:

    Hallo 🙂 meiner ist jetzt 4 Monate und gibt am Tisch, wenn wir essen, keine Ruhe bis er auch was bekommt. Ist das nicht zu früh?

    • Bernadette schreibt:

      Hallo Sarah!
      Es kommt drauf an! 😉 Prinzipiell ist 4 Monate schon recht klein. Kann er schon sitzen? Kann er schon die Hand selbstständig zum Mund führen?
      Du kannst ihm ja etwas hinlegen! Wenn er es in die Hand nimmt und in den Mund steckt und kostet – warum nicht? (Du musst halt nur drauf achten, dass er sich dabei wirklich nicht verschlucken kann)
      Viel Spaß beim Essen! 😉
      lg, Bernadette

  6. Sarah Alvers schreibt:

    Selbständig sitzen?…nein. Auf unserem Schoß?…Ja. Hand zum Mund geht auch schon prima.
    Werde es versuchen und berichten 🙂
    Danke

  7. Mitzia schreibt:

    Milchprodukte und Nüsse ist mir neu… 200ml Milch tgl sollten es halt max sein. Nüsse wohl auch nur in unzerkleinertem Zustand ungefährlich 😉
    Danke für deine blw insights :*

    • Bernadette schreibt:

      Das ist wegen der möglichen Kuhmilch/Milcheiweißallergie und das hab ich in Österreich wie in Schweden gesagt bekommen. Kenn eigentlich auch niemanden, der Kuhmilch vor einem Jahr gegeben hat… vor allem ned 200 ml, das is ganz schön viel!

      Nüsse muss man zusätzlich wegen der Erstickungsgefahr sehr aufpassen!

      • Antonia schreibt:

        Das mit der Kuhmilch ist mir immer wieder ein Rätsel…es gibt so viele Schmelzflocken zu kaufen die man mit Milch anrühren soll. Schon ab dem 4.Monat! Ich kenne schon einige die das auch machen, kenne aber auch die Vorsicht wegen der Allergie-„Gefahr“.
        Bin da etwas verwirrt, mein Bauchgefühl sagt „ein wenig Milch kann nicht so schlimm sein“. Deshalb rühren wir schon hin und wieder Abendbrei oder Frühstücksmüsli damit an. Soviel Soja zu geben soll ja auch nicht so gut sein für Babies. Und generell, von wegen Mono-Kultur etc.

        Hach, es ist schon nicht einfach manchmal das Für und Wider abzuwägen.

        Jedenfalls, unsere Erfahrung mit Brei bzw kein Brei:
        Wir machen es mal so mal so. Sie war schon sehr früh (4.Monat, jetzt 7.) sehr interessiert an unserem Essen. Sie knabbert/lutscht/kaut mal was, mal kriegt sie Brei (wenn sie ihn nimmt, was selten der fall ist, sie hat lieber mehr Konsistenz im Mund) und ich versuche gelassen zu bleiben was das Abstillen angeht.

        Fingerfood und Teile unserer Mahlzeiten anzubieten fühlt sich jedenfalls sehr viel richtiger und natürlicher an als Brei. Und ich glaube es fördert ganz nebenbei auch die Fein-Motorik 🙂

        Viele liebe Grüße und danke für den tollen Einblick in eure Herangehensweise!

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