Baby-led weaning: Wann anfangen? und Regeln

Als erstes möchte ich sagen, dass natürlich jeder sein Baby so füttern kann, wie er oder sie möchte. Hier erkläre ich nur die Methode, die wir verwenden und beschreibe, was für unsere Familie funktioniert.
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Normalerweise, aber was ist schon „normal“, fängt man ja an, seinem Baby so im 5. Lebensmonat Beikost zu geben. Beim BLW (Baby-led weaning) sind ein paar Punkte zu beachten, wenn man dem Baby gleich Stücke geben will. Außerdem erkläre ich noch einmal ausführlich das Prinzip und die Regeln beim BLW.

Wann kann man mit BLW (Baby-led weaning) anfangen?

Wie erkenne ich, dass mein Baby bereit für Beikost ist? Prinzipiell als Richtlinie gilt – ab dem 6. Monat, noch besser im 7. Lebensmonat kann man generell damit anfangen.

  1. Das Baby sollte sitzen können, oder zumindest gestützt aufrecht sitzen können weil das Baby beim Essen aufrecht sitzen MUSS (gestützt von einem Erwachsenen auf dem Schoß oder aufrecht in der fest gestellten Wippe)
  2. Das Baby sollte die Hand-Mund-Koordination beherrschen
  3. Am Besten wäre natürlich, mit der Einführung von Beikost so lange zu warten, bis das Baby sich selber etwas von Mamas oder Papas Teller schnappt, zum Mund führt und anfängt zu kauen.
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Das Baby isst begeistert!

Das BLW- Prinzip

  • Wie schon oben erwähnt sitzt das Baby aufrecht mit dem Gesicht Richtung Tisch. Entweder sitzt es im Hochstuhl oder auf dem Schoß eines Erwachsenen. Eine ganz aufrecht gestellte Wippe (bei der die Wippfunktion ausgeschaltet ist) kann auch verwendet werden.
  • Dem Baby wird das Essen angeboten, nicht gegeben. Falls ihr ein bisserl früh dran seid mit der Beikost hat das Baby wahrscheinlich noch etwas Mühe, die Stücke zu greifen, dann könnt ihr es ihm auch in die Hand geben. Aber wichtig ist, dass man dem Baby NIE ETWAS IN DEN MUND GIBT. Es isst selbst und bestimmt die Geschwindigkeit auch selbst. (Wenn das Baby noch nicht mit dem vorigen Bissen fertig ist und ihr schiebt noch was rein, ist die Erstickungsgefahr einfach sehr hoch.)
  • Am Besten ist es, wenn man das Baby einfach mit zum Familientisch nimmt und es auch essen lässt, wenn alle anderen auch essen. Dann lernt es am Besten, kann beobachten und sich ganz und gar mit seinem Essen beschäftigen und spielen.
  • Es ist wichtig, nur dann dem Baby Essen anzubieten, wenn es nicht total müde, satt oder hungrig ist. Am Besten ist irgend eine Zeit dazwischen. Dann kann es sich auch aufs Essen konzentrieren.
  • Das Baby darf jedes Nahrungsmittel verweigern. Man bietet es einfach zu einem späteren Zeitpunkt wieder an.
  • Das Baby darf entscheiden, wie viel es essen will. Es wird nicht mit dem Löffel dazugefüttert. Da noch weiter nach Bedarf gestillt oder Fläschchen gegeben wird, bekommt das Baby genügend Nährstoffe und Kalorien dadurch.
  • Beim Essen sollte nicht „gehudelt“ werden, das heißt, es sollte mit Ruhe gegessen werden und man sollte nicht gestresst sein und das Baby drängen schneller zu essen.
  • Dem Baby wird während dem Essen immer wieder mal ein Schlückchen Wasser angeboten.
  • Anfangs werden weiches Obst und Gemüse in leicht greifbaren Streifen angeboten. Härteres Essen wir gedünstet oder leicht gekocht, damit es das Baby auch ohne Zähne nur mit den Kauleisten gut kauen kann.
  • Für das Baby gefährliche Nahrungsmittel wie zB. Nüsse, Rosinen etc. werden nicht angeboten. (wegen der Erstickungsgefahr)
  • Breiige oder flüssige Speisen wie zB. Suppe, Joghurt oder Grießbrei werden dem Baby auf dem Löffel gereicht, sodass es selber lernen kann, sich mit dem Löffel zu füttern.
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Spinat schmeckt guuuut!

Hier findet ihr weiter Artikel zu diesem Thema:

BLW – Einführung
BLW – Wann anfangen & Regeln
BLW – Was das Baby anfangs isst (6-8 Monate)
BLW – Brei und Suppe

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Baby-led weaning – Einführung

Als erstes möchte ich sagen, dass natürlich jeder sein Baby so füttern kann, wie er oder sie möchte. Hier erkläre ich nur die Methode, die wir verwenden und beschreibe, was für unsere Familie funktioniert.
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Jeder kennt das vertraute Bild, wie Babies gefüttert werden. „Das 4 Monate alte Baby sitzt oder lehnt in einer Wippe oder Hochstuhl und ihm/ihr wird mit einem Löffel irgend ein undefinierbarer Brei gefüttert. Wenn das Baby nach dem Löffel greifen will, wird er sofort aus seiner/ihrer Reichweite gebracht und wenn das Baby den Brei ausspuckt um ihn anzugreifen oder auch um sich nur anzuschauen, was denn da jetzt in ihrem/seinem Mund ist, wird sofort alles weggewischt.“

Daran ist natürlich nichts falsch, aber so ganz okay ist das auch nicht, wenn man mal darüber nachdenkt. Der Verdauungstrakt von Babies ist mit 4 Monaten einfach noch nicht so weit, feste Nahrung zu verdauen. Das geht frühestens mit 6 Monaten, vielleicht sogar erst später. Nicht umsonst empfiehlt die WHO, Babies bis zum 7. Monat ausschließlich zu stillen oder mit Muttermilchersatz zu füttern. Wenn man später mit der Beikost anfängt, sinkt auch das Allergierisiko und die Chance, später Verdauungsschwierigkeiten zu haben.

Wenn man später mit der Breikost anfängt, muss man dann auch keinen Brei füttern! Man kann natürlich, aber da das Baby dann selber schon sitzen kann und auch ohne Probleme Dinge zum Mund führen kann, ist Brei einfach nicht mehr notwendig!

Und jetzt komm‘ ich endlich zum Punkt meines langen Geschwafels – wir machen Baby-led weaning. Übersetzt heißt das so in etwa „Vom Baby geleitetes Abstillen“. Wobei „Abstillen“ eigentlich ein zu harter Begriff ist, weil es eigentlich einfach nur die Einführung von Beikost ist, in dem Tempo, dass das Baby vorgibt.

Essen ist eine ernste Angelegenheit!

Man gibt dem Baby einfach ein Stück Essen, dass groß genug ist, um es gut halten zu können, in die Hand und wenn es will, isst es, was in seiner Hand ist, oder es isst halt nicht. Da man ja eh noch weiter stillt oder Fläschchen füttert, ist das anfangs noch total egal, weil es die Nährstoffe eh wo anders her bekommt.

In der Anfangszeit beim BLW geht es einfach nur um das Kennenlernen von Texturen, Geschmäckern und um’s Kauen lernen. Das meiste Essen kommt eigentlich wieder raus und das Baby findet es total lustig, Gemüse etc. in der Hand zu zermatschen oder vom Hochstuhl aus dabei zuzusehen, wie es auf den Boden fällt. Aber auch das ist Lernen!

Was mir so daran gefällt ist, dass es den Stress am Essen einfach wegnimmt. Meistens sieht man ja einer total gestressten Mama dabei zu, wie sie verzweifelt versucht, ihrem Baby zumindest ein paar Löffelchen in den Mund zu schieben, weil es MUSS ja etwas essen! Beim BLW ist das total egal. Wenn das Baby isst, isst es, wenn nicht, dann eben nicht.

Falls jemand Interesse an dieser Methode hat, empfehle ich, unbedingt das Buch von Gill Rapley – Baby-led weaning zu lesen, vor allem wegen der Erstickungsgefahr von Babies. In dem Buch bekommt man alle Informationen, die man braucht. Leider gibt es das Buch zur Zeit nur auf Englisch, falls jemand also nicht Englisch kann und trotzdem etwas darüber wissen will, könnt ihr mir gerne schreiben und ich erkläre es näher!

Wir haben Anfang Dezember angefangen, unserem Sohnemann manchmal etwas in die Hand zu drücken und ich muss sagen, dass ich überrascht bin, wie viel er von dem was ich ihm gebe, isst! Er hatte bisher auch keinerlei Probleme mit dem Kauen oder Schlucken. Gut, manchmal würgt es ihn ein bisserl, aber das passiert auch bei Brei. Seit dem Jahresanfang bekommt er jeden Tag zu Mittag etwas, wenn ich esse und ich bin sehr zufrieden mit seiner Experimentierfreude. Er hat bis jetzt noch alles probiert und auch geschluckt! Natürlich ist es teilweise ein UNGLAUBLICHES CHAOS, aber ich hab‘ sooo viel Spaß dabei, ihm Sachen zum Probieren zu geben, dass mir das total egal ist!

Was für ein Quascht!

Was für ein Quascht!

Ich werde euch natürlich weiter auf dem Laufenden halten, manchmal BLW-Rezepte posten und die Methode auch noch etwas näher erklären!

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Hier findet ihr noch weitere Artikel zu dem Thema:

BLW – Einführung
BLW – Wann anfangen? und Regeln
BLW – Was das Baby anfangs isst
BLW – Brei und Suppe