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Schwedisch: Köttbullar

Köttbullar (gesprochen „Schöttbullar“) sind wohl DAS schwedische Gericht, gleich nach den Kanelbullar (Zimtschnecken), das jeder kennt. Jeder, der schon mal beim Möbelschweden war, hat sie wohl gegessen und obwohl sie dort nicht so besonders sind, habe ich noch nie jemanden getroffen, der sie nicht mag.

Man serviert sie normalerweise mit Kartoffeln (entweder als Püree oder als Bratkartoffeln), Erbsen, brauner Sauce und Preiselbeermarmelade.

Sie sind sehr einfach zuzubereiten, und schmecken selbst gemacht um 100 Mal besser als gekauft. (Die gekaufte Konsistenz ist einfach SO merkwürdig!) Beim Möbelschweden bekommt man 12 Stück, aber bei den selbst gemachten reichen 8 pro Person völlig. Außer ihr seid sehr große Esser, dann schafft ihr 12 auch😉

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Jetzt aber zum Rezept

Köttbullar (schwedische Fleischbällchen) mit Sauce

Zutaten (für ca. 32 Stück, das reicht für 4 Personen)

500 g faschiertes Schweinefleisch
500 g faschiertes Rindfleisch
1 Zwiebel
Salz, Pfeffer

1 Zwiebel
Mehl
1/4 l Wasser und Suppenwürze, oder 1/4 l Rinderfond
1/8 l Schlagobers
Salz

Zubereitung

Das Fleisch in eine Schüssel geben. Den Zwiebel dazureiben (reiben, oder vorher pürieren und dann dazugeben… macht keinen Unterschied) und mit genug Salz (ich gebe einen halben Esslöffel dazu) und Pfeffer würzen. Dann gut durchkneten. Entweder per Hand oder mit den Teighaken des Handmixers. So lange kneten/mixen, bis ein relativ homogener Fleischteig entstanden ist.

Dann mit einem Esslöffel kleine Portionen vom Teig abstechen. Wenn der Teig aufgeteilt ist, die Portiönchen mit der nassen Hand zu festen Kugeln formen.

Die fertigen Bällchen in einer eingeölten Pfanne von jeder Seite braun anbraten, dann aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller rasten lassen.

Für die Sauce den Zwiebel in der Pfanne anbraten, wenn er gebräunt ist, mit 2-3 EL Mehl stauben, gut umrühren, anschwitzen lassen und dann mit 1/4 l Wasser aufgießen. Mit dem Schneebesen das Mehl gut ins Wasser einrühren. Die Sauce sollte jetzt etwas eindicken. Jetzt die Sauce würzen und Schlagobers dazu. Wenn ihr Zwiebelstückchen in der Sauce mögt, dann könnt ihr sie jetzt auch schon so lassen, ansonsten macht ihr es so wie ich und püriert die Sauce nochmal schnell durch.

Die fertige Sauce nochmal aufkochen lassen – falls sie zu dick ist, noch etwas Wasser dazugeben und die Köttbullar darin fertig garen lassen. Bei mir dauert das meistens so 10-15 Minuten.

Dann kann auch schon mit Püree, Erbsen und Lingonsylt (Preiselbeermarmelade) serviert werden! Guten Appetit!

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Kosten pro Person:
– mir Preisen vom 14.07.2016: ca. 2,05 €

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Verreist: Unser Campingurlaub auf Åland

Wir wollten gerne wieder mal auf Urlaub fahren. So richtig Urlaub – also keinen Verwandtenbesuch, sondern ganz einfach wohin, wo wir nicht hin MÜSSEN. Natur, Wasser, Ruhe, Erholung. Nur unsere kleine Familie.

Eigentlich wollten wir nach Norwegen fahren. Wir hatten uns das recht schön vorgestellt – wir würden einfach die Nacht durchfahren und dann in der Früh in Trondheim ankommen. Aber dann kam unser Kurztrip zu Midsommar nach Dalarna und wir wurden wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Unser Jüngster HASST lange Autofahrten mit einer Inbrunst, dass es wirklich zum Fürchten ist. Länger als 1,5 Stunden geht nicht, wenn er mit im Auto ist. Auch wenn er die Hälfte der Strecke, oder sogar mehr, schläft. Hrmpf…

Glücklicherweise schlug mein Mann zu guter Letzt dann Åland vor. Das sind über 6700 finnische Inseln, also sogar ein Land, in dem wir noch nie gemeinsam waren, aber trotzdem wird auf den Inseln schwedisch gesprochen, was natürlich für uns super ist.

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Unsere Ålandtour    ©Google Maps

1. Tag: Uppsala – Grisslehamn – Eckerö

Also machten wir uns auf nach Grisslehamn zur Eckerö-Fähre. Dorthin fährt man von Uppsala aus nur eine Stunde, also sogar mit unserem kleinen Autohasser machbar.😉

Die Fähre selbst braucht zwei Stunden auf die Hauptinseln Ålands und ist voll mit Schweden, die Alkohol, Zigaretten und sonstiges Duty-free Zeugs am Schiff einkaufen und dann mit der selben Fähre wieder zurückfahren.

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Wir aber blieben dort. In Eckerö angekommen, suchten wir uns gleich ‚mal ein Kochplatzerl. Auf Steinen am Meer, aber dennoch irgendwie im Wald, wurden wir fündig. Dort konnten wir gleich beim Nudeln kochen unseren neuen Trangia-Sturmkocher ausprobieren. Wir haben uns statt dem Spiritusbrenner, einen Gasbrenner dazugekauft und sind wirklich sehr zufrieden damit! Wer mir auf instagram folgt, hat das sicher schon mitbekommen🙂

Die erste Nacht verbrachten wir am Campingplatz Hummelvik, einem relativ einfachen Campingplatz, der aber mit Sandstrand und Spielplatz alles hat, was man als Familie so braucht. Super!
Wir erkundeten noch etwas die Gegend, entdeckten eine åländische Midsommarstange und begeneten ein paar Jugendlichen mit Mopeds und Mopedautos. Die Finnische Landjugend halt😉

2. Tag: Eckerö – Mariehamn

Am nächsten Tag fuhren wir nach Mariehamn, der Hauptstadt von Åland. Wir schlenderten durch die Stadt, haben ein Eis gegessen und es würde ja noch einige Museen etc. geben, aber da das Wetter so wunderschön und heiß war, wollten wir schnell baden – also war unser nächstes Ziel der Gröna Uddens Campinplatz. Dort gibt es einen wunderbaren Sandstrand, an dem wir den Rest des Tages verbrachten.

3. Tag: Mariehamn – Herröskatans Fågeltorn – Bomarsund

Der dritte Tag führte uns am Vormittag ganz in den Süden, nämlich zum Herröskatans Vogelturm. Oh mein Gott, ist das ein wackeliges, filigranes Ding. So mulmig war mir noch nie auf einem Aussichtsturm. Ich bin heilfroh, dass wir da alle wieder heil runter gekommen sind! Darum gibt’s auch keine Fotos von da, ich hatte die Kinder immer an mich gekrallt und keine Hand frei um Fotos zu machen. Aber auch ohne Vogelturm war das Naturreservat wunderschön und wenn es nicht verboten wäre, auf Åland wild zu campen, wären wir sicher dort geblieben.

So aber machten wir uns nach dem Mittagessen auf in den Norden, zur Festung Bomarsund. Diese Ruine wurde vom russischen Zaren gebaut und noch vor der Fertigstellung 1884 von den Briten und Franzosen zerstört. Man sieht noch, wo die Kanonenkugeln eingeschlagen sind. Während meine Jungs im Meer herumgewatet sind, bin ich zwischen den Ruinenteilen herumgewandert.

Der Campingplatz Puttes Camping gleich neben der Festung war unser Ziel für die Nacht. Im dazugehörigen Café wollte ich auch endlich die åländischen Pannkakor essen, von denen ich gelesen hatte. Zur Vormittagsfika am nächsten Tag bekam ich sie dann auch. Sie waren echt gut – Rezept folgt!

4. Tag: Bomarsund – Kastelholm – Degersand – Eckerö – Grisslehamn – Uppsala

Auf dem Rückweg nach Eckerö zur Fähre fuhren wir noch kurz am mittelalterlichen Schloss Kastelholm vorbei. Darin befindet sich das kulturhistorische Museum Ålands. Gleich neben dem Schloss gibt es ein Freilichtmuseum, das super ausgesehen hat. Leider hatten wir aber keine Zeit mehr dafür. Beim nächsten Mal vielleicht dann!

Zum Mittagessen kochen fuhren wir dann noch kurz zum Degersand Strand, aber nach einem kurzen Plansch im Meer mussten wir dann auch schon zur Fähre und nach einer sehr ruhigen Fährfahrt und der anschließenden Stunde Heimfahrt, hatte uns auch schon der Alltag wieder!

Wir können Åland für Familien mit kleinen Kindern wirklich sehr empfehlen! Man fährt nirgendwo länger hin, überall gibt’s Spielplätze, Natur, Sandstrände etc., aber auch wenn man Museen oder andere kulturelle Dinge ansehen möchte, kommt man sicher nicht zu kurz! Falls ihr also einen Campingurlaub in Schweden oder Finnland plant, zwickt doch ein bisschen Zeit für die Ålandinseln ab. Wir wären gerne noch länger geblieben, um auf die außen gelegenen Inseln zu fahren. Wie gesagt – nächstes Mal.

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Kosten für:

Fähre:
Hin- und Zurück von Grisslehamn nach Eckerö mit Eckerö Linjen für 1 Auto, 2 Erwachsene und 2 Kinder (1 Jahr und 4 Jahre alt): 460 SEK


Übernachtung:
1 Zelt, 1 Auto, 2 Erwachsene und 2 Kinder (1 Jahr und 4 Jahre alt):
Hummelviks Camping: 15 €
Gröna Uddens Camping: 32 €
Puttes Camping: 12 €

– Essen:
Wir müssen sparen, daher haben wir eigentlich nie in Restaurants gegessen, sondern haben uns unser Essen selber mitgenommen und selbst gekocht. Die einzigen Essensausgaben, die wir hatten, waren für das ein- oder andere Eis.

Man bedenke, dass auf Inseln immer alles teurer ist, weil es eben mit dem Schiff oder dem Flugzeug angeliefert werden muss.

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3 Zutaten Challenge: Raviolisalat mit Erdbeeren, Ziegenkäse und Balsamico

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Das halbe Jahr ist vorbei, willkommen zur 6. Ausgabe der „3 Zutaten Challenge“!

Aber was ist denn die “3 Zutaten Challenge” überhaupt?

Um keine Entscheidungsschwierigkeiten zu haben beim Rezepte erfinden/kochen, bekomme ich einmal pro Monat 3 Zutaten vorgegeben von einer Person, die ich vorher darum gebeten habe. Ein Thema gibt es natürlich auch dazu.
Dann muss ich mir etwas einfallen lassen, kochen und fotografieren!

Diesmal hat sich die liebe Ulli von fitundglücklich die Aufgabe ausgedacht – und es ist eine supertolle Challenge geworden dieses Mal!

mamaness-5-ulli-und-miniDie Ulli hat seit 2010 ihren Blog „Fit und Glücklich„. Dort schreibt sie über Ernährung (sie macht „clean eating“), Fitness, ihren Sohn und alles dazwischen. Sie ist bald zweifache Mama und wirklich eine der fittesten Schwangeren, die ich kenne. Ich habe ja beide Male nicht so viel Energie gehabt, wie sie leider. Ein Kochbuch gibt es auch von der Ulrike, das muss ich mir besorgen, wenn ich wieder mal in Österreich bin – „Clean Eating: pur essen, gesünder Leben„*

Und welche Zutaten hat sich Ulli ausgedacht?

Erdbeeren – Ziegenkäse – Balsamico

Das Thema, passend zu den sommerlichen Temperaturen: Raviolisalat

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Ziegenkäseravioli mit Spinat-Tomatensalat und Erdbeerdressing

Zutaten (für 2 Personen als Hauptspeise, für 4 Personen als Vorspeise)

Für die Ravioli
300 g Mehl
2 Eier
1 TL Olivenöl
Wasser (ich habe 9 EL gebraucht)

Für die Fülle
1 EL Olivenöl
1/2 Zwiebel
1 Hand Babyspinat
100 g Ziegenweichkäse
1 Schuss Schlagobers
Salz
10 Basilikumblätter

Für den Salat
kleine Babyspinatblätter
Kirschtomaten
Basilikumblätter

Für das Dressing
10 Erdbeeren
2 EL Balsamicoessig

Zubereitung

Für den Nudelteig das Mehl mit den Eiern und dem Olivenöl verkneten. Dann Löffelweise das Wasser zugeben, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht. Er sollte nicht zu trocken sein. Ich brauche mit dem schwedischen Mehl immer viel mehr Wasser als in Österreich. Das müsst ihr nach Gefühl machen! Wenn der Teig schön glatt vor euch liegt, in eine Schüssel geben, mit Olivenöl bestreichen und mindestens 30 Minuten rasten lassen.

Währenddessen kann man die Fülle vorbereiten. Den Zwiebel, den Babyspinat und den Ziegenkäse klein schneiden. Dann zuerst den Zwiebel mit etwas Olivenöl anrösten, den Babyspinat dazugeben und mit einem Schuss Schlagobers ablöschen. Etwas einkochen lassen, dann den  Ziegenkäse unterrühren und den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Jetzt großzügig salzen. Den Basilikum klein schneiden und unterrühren.

Für das Dressing, einfach die entstrunkten (ist das ein Wort?) Erdbeeren mit dem Balsamico pürieren.

Wenn der Nudelteig genug gerastet hat, kann man auch schon langsam das Wasser für die Pasta zustellen.

Den Nudelteig dünn ausrollen und Kreise ausstechen. Je einen halbe bis ganzen Teelöffel der Füll draufgeben in der Mitte zusammenschlagen und mit einer Gabel den Rand gut festdrücken.

Im leicht köchelnden Wasser für ca. 5 Minuten kochen lassen. Wenn sie an der Oberfläche schwimmen, sind sie im Normalfall fertig.

Den Spinat und die halbierten Tomaten am Teller anrichten, Basilikum draufgeben, die Ravioli darübergeben und mit dem Dressing beträufeln.

„Mama, das schmeckt fast ZU gut!“, war das Kommentar meines 4jährigen Sohnes. Das will ich einfach mal so stehen lassen.

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Kosten pro Person:
– mir Preisen vom 30. Juni 2016: ca. 3,1 € (als Hauptspeise), ca. 1,55 € (als Vorspeise)

 

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Ruhe

Vielleicht habt ihr bemerkt, dass es wieder einmal ruhig geworden ist auf Verkocht!. Das hat mehrere Gründe.

Es liegt zum Einen daran, dass ich gerade am Tüfteln und Denken bin, wie ich meinen Blog weiterführen möchte. Ich habe ja zwei Blogs. Einen privaten, unbekannten Schwedenblog, auf dem ich unregelmäßig von unserem Leben hier in Schweden, von schwedischen Dingen und den Kindern erzähle, und dann diesen Blog hier. Zur Zeit überlege ich, ob ich beide nicht zusammenführen soll… und den Blog dann einfach ein bisserl anders benenne.
Ein anderer Grund für meine Blogfaulheit sind sicherlich auch familiäre Probleme auf meiner Seite der Verwandtschaft, die mir die Lust aufs Bloggen und Dinge-mit-der-Welt-Teilen irgendwie genommen haben. Ich denke, das wird sich mit der Zeit (hoffentlich) wieder geben. Zur Zeit brauche ich einfach etwas Ruhe, um Nachzudenken.
Und der dritte Grund für meine Schreibblockade ist, dass mir vorkommt, dass doch alles schon gekocht/ausprobiert/verbloggt wurde!? Gibt es denn überhaupt noch einen Grund, irgendetwas zu verbloggen?

Aber vermutlich habe ich einfach nur gerade einen Durchhänger und es ist so, wie mit anderen Hobbies auch – die Leidenschaft kommt bald wieder zurück.

huehner

Unser Hahn. Vielleicht erzähle ich euch ja bald einmal von ihm.

Falls ihr also (außer am 30. Juni – da kommt die 3-Zutaten-Challenge wie gewohnt!) länger nichts von mir hört, wisst ihr, warum. Aber vielleicht sticht mich ja auch morgen schon wieder die wilde Bloghummel und ich kann plötzlich gar nicht mehr aufhören, zu bloggen.

Wir werden sehen.

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3 Zutaten Challenge: Grillsalat mit Pulpo, Papaya und Reisnudeln

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Mein Mann liebt es, mich herauszufordern. Deshalb haben seine Augen gleich zu leuchten angefangen, als ich ihn Gebeten habe, sich die Zutaten für die diesmonatige „3 Zutaten Challenge“ auszudenken.

Aber was ist denn die “3 Zutaten Challenge” überhaupt?

Um keine Entscheidungsschwierigkeiten zu haben beim Rezepte erfinden/kochen, bekomme ich einmal pro Monat 3 Zutaten vorgegeben von einer Person, die ich vorher darum gebeten habe. Ein Thema gibt es natürlich auch dazu.
Dann muss ich mir etwas einfallen lassen, kochen und fotografieren!

Ich wusste, dass es mir mein Mann nicht leicht machen wird. Natürlich war mir auch bewusst, dass er irgend eine Zutat finden wird, mit der ich nicht sehr viel anfangen kann. Und so war es schließlich auch.

Was hat er sich also ausgedacht?

Pulpo – Reisnudeln – Papaya

Das Thema: Grillsalat

Ach je. Pulpo. Oktopus. Den wollte mein Mann schon seit Jahren ‚mal machen. Und ich hab‘ immer abgewunken… weil. Tja. Keine Ahnung, ich fand‘ den nicht sonderlich appetitanregend. Aber egal. Diesmal musste es sein. Und er hat wirklich, wirklich (!) gut zum Salat gepasst! Wenn er nicht so teuer wäre, würd‘ ich den sicher öfter kaufen!

Ich habe mich nach einem thailändischen Papayasalat gerichtet, der Som Tam heißt. Wir haben leider keine unreife Papaya gefunden – die eigentlich in den Salat gehört – aber mit den reifen Papayas war es auch sehr gut, wenn auch ungleich weicher.

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Hier also mein Rezept für

Pulposalat „Som Tam“ Style

Zutaten (für 4 Personen)

700 g Pulpo
1 EL Öl, etwas Salz
Saft von 1/2 Zitrone
1 EL Fischsauce
2 EL Öl

300 g Reisnudeln
10 Cocktailtomaten
2 Papayas (vorzugsweise grün und unreif)
2 Limetten
2 EL zerstoßener Palmzucker
4 EL Fischsauce (ich habe Nuoc Mam verwendet)
3 Knoblauchzehen

Korianderblätter

Zubereitung

Den Pulpo in viel Wasser mit etwas Salz und 1 EL Öl für ca. 1,5 Stunden köcheln lassen oder so lange, bis er weich ist (Ein Zahnstocher sollte an der dicksten Stelle der Arme leicht hineinzustechen sein).

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Dann herausnehmen, abtropfen und ausdampfen lassen und mit dem Zitronensaft und der Fischsauce marinieren.

Die Reisnudeln nach Packungsanweisung kochen. Dabei aufpassen, dass sie nicht zu weich werden, sonst habt ihr einen „Gatsch“.

Die Papayas schälen und das Fruchtfleisch entweder mit dem Sparschäler runter“schälen“ und dann noch klein stiftelig schneiden oder – schneller – mit der Küchenmaschine stiftelig „reiben“.

Die Tomaten vierteln.

Das Dressing zubereiten, indem man den Saft der Limetten, den zerstoßenen Palmzucker, die Fischsauce und die gepressten Knoblauchzehen zusammenmischt, verrührt und ziehen lässt. (Der Palmzucker sollte sich auflösen)

Dann den Pulpo mit 2 EL Öl bestreichen und für einige Minuten auf beiden Seiten grillen.

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Die Reisnudeln mit dem Gemüse und der Marinade vermischen und auf 4 Teller aufteilen.

Den Pulpo teilen und auf dem Salat anrichten. Mit Korianderblättern bestreuen – fertig!

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Kosten pro Person:
– mit Preisen vom 20. Mai 2016: ca. 5,7 €

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Easy-peasy: Eton Mess

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Ich kaufe gerne regional ein. Das ist hier heroben in Schweden aber manchmal nicht so einfach, da es erstens nicht so viele Bauern gibt (irgendwie gibt’s hier nur Pferdehöfe und Bauernmärkte sind extrem rar gesät!) und da zweitens in diesen Lagen nicht so viel wächst und da drittens, wenn etwas wächst, es erst sehr spät reif ist. Hrmpf.

Schwedische Erdbeeren aus Uppland (in dem Bundesland wohnen wir) gibt’s zum Beispiel meistens erst Ende Juni, da sie eben da erst so richtig reif sind.

Meistens kann ich mich beim Kaufen von Früchten aus dem fernen Ausland ja zurückhalten, aber wenn Mitte Mai noch immer keine Erdbeeren in Sicht sind, dann werde auch ich manchmal schwach und nehme ein Schälchen der spanischen Vertreter mit.

Diesmal hab‘ ich sie ganz bewusst mitgenommen, denn ich wollte wieder ‚mal ein Dessert ausprobieren, das ich damals (vor jetzt schon 12! Jahren) in Windsor in England gegessen habe – das klassische Eton Mess. Dieses Dessert ist eigentlich recht einfach, vor allem wenn man die Meringue schon vorbereitet hat. Es besteht eigentlich nur aus Erdbeeren, Meringue und Schlagsahne. Trotzdem schmeckt’s superlecker!

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Eton Mess

Zutaten (für 4 Gläser á 200 ml)

2 Eiklar
80 g Kristallzucker

250 g Erdbeeren
250 ml Schlagsahne
1 EL Zucker

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Zubereitung

Am Besten bereitet man die Meringues in der Früh vor dem Servieren zu.

Das Rohr auf 100 Grad Celsius vorheizen und ein oder zwei Backbleche mit Backpapier belegen.

Die Eiklar mit dem Mixer rühren, und ab dem Zeitpunkt, ab dem sie der erste Schaum sichtbar ist, den Zucker langsam einrieseln lassen. Steif schlagen.

Dann den festen Schaum mit einem Spritzsack zu kleinen Punkten auf die Bleche spritzen und für ca. 1,5 Stunden im Rohr trocknen lassen.

Kurz vor dem Servieren

Den Schlagobers mit dem Esslöffel Zucker steif schlagen. Die Erdbeeren waschen und Vierteln, oder sogar noch kleiner schneiden.

Dann die Erdbeeren, die Meringue und den Schlagobers immer abwechselnd in die 4 vorbereiteten Gläser oder Schälchen schichten.

Dann kann auch schon serviert werden! Einfach, aber lecker!

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Kosten pro Person:
– mir Preisen vom 14. Mai 2016: ca. 0,79 €

 

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Erinnerungen an Alaska: Sauerteigpfannkuchen

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Panorama am Finger Mountain – Alaska 2010

Wir hatten nicht immer das Beste Wetter auf unserer biologischen Exkursion nach Alaska im Jahre 2010, daran kann ich mich noch gut erinnern. Der Professor, der mit uns mit war hat sogar einmal gesagt, als wir waschelnass und frierend auf irgendeinem Pass Flechten gesucht haben, dass er – als Botaniker – in SO einem Wetter normalerweise nicht raus geht. Das überlässt er gerne den Zoologen.

Die wunderschöne Landschaft ist mir auch noch sehr sehr gut im Gedächtnis geblieben, die Flechten, die wir uns angesehen haben sind auch noch einigermaßen in meinem Hirn vorhanden, (wobei ihre Namen verschwunden sind *seufz*) aber die Pancakes – oooh die Pancakes – die sind der Star in meinen Erinnerungen an Alaska.

Meine Erinnerung an diese „sourdough pancakes“ waren auch der Hauptgrund, warum ich einen Weizensauerteig haben wollte. (Oh mein Gott, Alaska ist jetzt schon wieder fast 6 Jahre her! Aaaaah!)

Für die Goldsucher und Pioniere vor über 100 Jahren in Alaska war ihr Sauerteigstarter extrem wichtig. Angeblich hatten sie ihn immer bei sich oder zumindest in ihrem Rucksack gepackt, daher wurden sie auch die „sourdoughs“ genannt. Daher bekommt man diese Pancakes überall zu essen, aber die allerbesten Sauerteigpfannkuchen haben wir in Wiseman in unserem Quartier genossen, ironischerweise bei Auswanderern aus Deutschland.

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Sauerteigpancakes 2010 in Talkeetna

Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an die riesigen, fluffigen, leicht nach Sauerteig schmeckenden, Pancakes denke, die wir mit Butter und Ahornsirup gegessen haben. YUMMIE!

Meine Pancakes sind zwar nicht so riesig, wie auf dem Bild oben, aber trotzdem sehr fluffig und sie schmecken genau so, wie ich sie in Erinnerung habe!

So, aber bevor ich mit einem extrem langen (und für euch vermutlich sehr langweiligem) Reisebericht mit tausenden von Flechtenbildern anfange, verrate ich euch mein Rezept für die

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Sauerteigpfannkuchen

Zutaten (für 6 große oder viele kleine)

450 g aktiver Weizensauerteig
2 Eier
60 g Milch
1/2 TL Backpulver
1 EL Zucker
Prise Salz

Zubereitung

Am Vorabend/Vortag den Sauerteig auf 450 g anfüttern und über Nacht an einem warmen Platz stehen lassen. (und nicht vergessen, wieder etwas in den Kühlschrank zurückzustellen!)

Die Eier trennen. Die Eigelb in eine große Schüssel geben und das Eiklar in einer anderen Schüssel zu Eischnee schlagen.

Den Sauerteig zu den Eigelb geben und mit der Milch, dem Zucker, dem Backpulver und dem Salz glatt rühren.

Dann den Eischnee unterrühren.

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In einer Pfanne mit etwas Öl Pfannkuchen backen – so groß ihr wollt. Meine Mini-Pfannkuchen backe ich immer in meiner Plättpanna, da brauche ich pro Pfannkuchen 1 EL des Teiges. Ich bin leider nicht sehr geschickt darin, große Pfannkuchen zu backen, aber sobald es mir gelingt, werde ich solche Riesenpfannkuchen machen, die ich in Alaska bekommen habe.

Am Besten schmecken die Sauerteigpfannkuchen, wenn man sie etwas dicker bäckt. Dann werden sie unglaublich toll fluffig! Und man sollte sie sofort essen, da sie frisch aus der Pfanne am fluffigsten sind! (Für die Bilder sind sie leider etwas zu dünn geworden, waren aber trotzdem sehr lecker!)

Sie mit Ahornsirup und Butter zu servieren, ist die klassische Variante, aber man kann sie natürlich auch ganz normal mit Marmelade genießen!

Guten Appetit!

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Kosten pro Person ( bei 3 Essern):
– mit Preisen vom 4. Mai 2016: ca. 0,67 €